Gastbeitrag: “Inside Abaton” – Kleine Anatomie eines unvergesslichen Abends
Die Uraufführung des AStA-Image-Films am gestrigen Abend wird bei den ca. 150 Anwesenden sicherlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die im Vorfeld auf Grundlage des Ankündigungstextes und der Vorschau-Bilder geübte Kritik erwies sich nach Sichtung des Films als mehr als berechtigt. Bereits die Eröffnungsszene des Films, in der die im Infotext angekündigten „farbenprächtig gewandete[n] afrikanische[n] Reinigungskräfte“ im Kuppelsaal der Universität Hamburg „gospelnd ihrer Arbeit“ nachgingen, war ein Schlag in die Magengrube eines jedes Menschen, der sich mit der Geschichte der Universität Hamburg (Gründung der Vorläufereinrichtung 1908 als Hamburgisches Kolonialinstitut), respektive dem Thema Rassismus auseinandergesetzt hat.
Kritik reißt nicht ab
Der in den vorigen Tagen geäußerten Kritik verschiedener Hochschulgruppen (siehe den Antrag im Studierendenparlament „Rassismus ist kein Werbe-Gag“), Studierendenvertretungen (FSR Geographie, FSRe Erziehungswissenschaft) und außerparlamentarischer Gruppen (GEW Studis, Anti(ra)2dio, der braune mob e.v., Mitglieder des Orga-Kreises des AMR-Wochenendes) hatte sich am Tag der Premiere auch das „Black Students Network“ angeschlossen, das in einem Flugblatt neben der Nicht-Ausstrahlung des Films und dem Rücktritt des Produktionsleiters Timo Hempel (Realo-Juso Hochschulgruppe) „eine öffentliche Entschuldigung seitens des A$TA“ für dieses Machwerk forderte.
Abaton blockt ab
Einer der Geschäftsführer des Abaton indes – mehrere Tage vor der Premiere mehrfach um einen Gesprächstermin gebeten – verweigerte sich konsequent einer persönlichen Diskussion der vorgebrachten Kritikpunkte und Argumente. Stattdessen warf er den Kritiker_innen des Films per Mail „Zensur“[bestrebungen], die er „eigentlich nur von CSU-Abgeordneten kennen würde“ vor und meinte, dass die Diskussion ohnehin nicht „mehr als ein paar Studenten“ interessieren würde.
Ähnlich kritikresistent und argumentationsunfähig erwies sich im Verlauf der Vorführung auch der Sonderbeauftragte für Kulturfragen des aktuellen (Rest-)AStA, Timo Hempel, der trotz alledem die Vorführung des Films in Orientierungseinheiten befürwortete.
Dokumentation der Premiere online
Das Team von UHHdoku hat einen Mitschnitt der Premiere, inklusive der kontroversen – leider schlecht moderierten – Diskussionen vor und nach dem 8-minütigen Film angefertigt und online zur Verfügung gestellt. Somit steht es jedem und jeder Interessierten frei, sich einen eigenen Eindruck von der Veranstaltung und dem Film selber (er ist im Teil 2 zu sehen) zu machen, siehe unten.
Die Diskussion über den Film und die darin (re-)produzierten Bilder einerseits, aber auch das Bild des Allgemeinen Studierendenausschuss, das in dem Film ach so „liebevoll“ (T.Hempel) produziert wird, wird in den nächsten Tagen und Wochen sicher weiterhin Gegenstand der Diskussion sein.
Dabei sollte in jedem Fall gelernt werden: aus gemachten Fehlern, aus der Geschichte (bspw. der Universität) und für einen AStA, der sich durch mutige Politik, statt rassistische Marketing-Filme bekannt macht.
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Dokumentation der Premiere des AStA-Image-Films “Inside AStA” am 03.02.2011 im Abaton (Teil 1 v. 3):
Einleitung und vor der Vorführung
Dokumentation der Premiere des AStA-Image-Films “Inside AStA” am 03.02.2011 im Abaton (Teil 2 v. 3):
“Inside AStA” und Diskussion
Dokumentation der Premiere des AStA-Image-Films “Inside AStA” am 03.02.2011 im Abaton (Teil 3 v. 3)
Diskussion
Gastbeitrag von Florian Muhl (FSR Erziehungswissenschaften, GEW Studis)
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Die Premiere des Image-Films wird auch bei Indymedia diskutiert: http://de.indymedia.org/2011/02/299569.shtml.
Die Mopo berichtet in ihrer heutigen Ausgabe ebenfalls über den angeblich “bizarren Streit”: http://www.mopo.de/hamburg/panorama/bizarrer-streit-um-uni-film/-/5067140/7154108/-/index.html.