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Dokumentiert: Rassismus an der Uni? (Pressebericht)

27. Januar 2011

Hamburg Abendblatt, 27. Januar 2011:

Rassismus an der Uni? Streit um Imagefilm vor der Premiere

Jenny Bauer

Studenten beklagen sich über rassistische Stereotype, die in dem Film vorkommen sollen. Der AStA winkt ab: Es handelt sich um Satire.

Hamburg. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Hamburg stellt erst am 3. Februar seinen neuen Imagefilm „inside AStA“ im Abaton-Kino am Allende-Platz vor. Doch noch vor der Premiere sorgt der achtminütige Kurzfilm für Wirbel. Der Grund: Ein Teil der Studierenden beklagt sich über rassistische Stereotype, die in dem Film vorkommen sollen.
„Der Film soll unsere Institution bekannter machen und den Leuten zeigen, was wir so anbieten“, sagt Timo Hempel, 23, Kulturbeauftragter beim Hamburger AStA. Besonders froh sei er darüber, mit Karl-Heinz von Hassel einen sehr renommierten Schauspieler für das Projekt gewonnen zu haben.
Der Studierendenausschuss kündigt seinen Film bereits auf seiner Homepage an. In der Ankündigung heißt es: „Nur im prächtigen Kuppelsaal des historischen Hauptgebäudes regt sich was: farbenprächtig gewandete afrikanische Reinigungskräfte gehen gospelnd ihrer Arbeit nach – und wehren sich dabei routiniert gegen den Versuch einiger Kommilitonen, ihre Flyer auf der soeben gewischten Bestuhlung auszulegen.“
Dieser Satz erzürnt nun einige Studierende. „Wir fragen uns, warum der AStA solch ein rassistisches Klischee benutzt, um sich und somit auch die Studierenden, die er vertritt, darzustellen“, sagt Martin Reicke, 21, Mitglied des Fachschaftrats Geographie. Er hat bereits eine entsprechende E-Mail an den AStA gesendet, in der sich die Studenten von dem Film distanzieren.
„Der gesamte Film ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen und es ist natürlich überhaupt nicht unsere Absicht, rassistische Klischees zu bedienen“, sagt der AStA-Kulturbeauftragte Timo Hempel dazu. Der kritisierte Textteil beziehe sich auf den Beginn des Films, der eine satirische Musical-Szene sei. Die drei dunkelhäutigen Reinigungskräfte werden von ausgebildeten Schauspielerinnen dargestellt.
„In dem offiziellen Werbetext auf der Internetseite des AStA wird in keiner Form deutlich, dass es sich dabei um Satire handelt“, sagt Kritiker Martin Riecke. Den Film selbst habe er noch nicht gesehen.
AStA-Mann Hempel entgegnet: „Von vielen wird da bewusst missverstanden, um gegen das Projekt Stimmung zu machen“.

Quelle: Hamburger Abendblatt

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