Skip to content

Dokumentiert: Rassismus “Inside AStA” (Bericht auf dem bundesweiten Blog der Jusos in der SPD)

9. Februar 2011

von Ralf Höschele

An der Uni Hamburg wird der AStA seit Jahren von einer Koalition aus Juso-Hochschulgruppe, Liberale Hochschulgruppe und wohl eher unpolitischen Fachschaftslisten gestellt. Hohe Wellen der Empörung hat nun der neue AStA-Image-Film „Inside AStA“ ausgelöst. Schon alleine die Tatsache, dass ein AStA aus den Beiträgen der Studierenden für sich einen teuren Werbefilm drehen lässt, ist verwunderlich. Doch schlimmer ist der Inhalt des Films: Er ist voll mit plumpen rassistischen und sexistischen Stereotypen. In der Ankündigung des AStA wird der Filmanfang so beschrieben:

Der Morgen dämmert über dem Hamburger Univiertel – seine Bewohner schlafen natürlich noch. Nur im prächtigen Kuppelsaal des historischen Hauptgebäudes regt sich was: farbenprächtig gewandete Reinigungskräfte gehen gospelnd ihrer Arbeit nach – und wehren sich dabei routiniert gegen den Versuch einiger Kommilitonen, ihre Flyer auf der soeben gewischten Bestuhlung auszulegen.

Ursprünglich war wohl sogar im Text von „farbenprächtig gewandeten afrikanischen Reinigungskräften“ die Rede.

Klar: Die (ursprünglich als „afrikanisch“ bezeichneten) Reinigungskräfte putzen, natürlich „gospelnd“ für die weißen Studierenden und die AStA-Leute müssen „sich der Urgewalt von Werktätigkeit und Folklore“ (Film-O-Ton) entgegenstellen, um ihrer wichtigen intellektuell-politischen Arbeit nachgehen zu können. Der Film ist purer Rassismus (ausführlich begründet im Blog der GEW-Studis).

Witzig ist der Film jedenfalls nicht, die “Gags” sind weitgehend unverständlich. Kabarettistisch – wie vom AStA in seiner aktuellen Erklärung dargestellt – wirkt das alles nicht. Vielmehr kommt über weite Teile ein sarrazinsches, menschenverachtendes Gesellschafts- und Weltbild zum Ausdruck. Im weiteren Verlauf des Films werden mit zahlreichen Klischees weitere nicht ins Menschenbild der AStA-Koalition passende Personengruppen der Lächerlichkeit preisgegeben: Obdachlose, die den Müll durchsuchen, linke Aktivisten, die Plakate aufhängen oder Flugblätter kopieren wollen und selbst die AStA-Mitarbeiter kommen schlecht weg. Die tatsächlichen sozialen und bildungspolitischen Probleme des heutigen Hochschulalltags kommen jedoch nirgends im Film vor. Statt sich gegen Rassismus und für die Belange der Studierenden einzusetzen, nutzt der AStA lieber rassistische Klischees zu Werbezwecken. Die unbeholfene  AStA-Erklärung “Zum Thema Rassismus” macht das nach wie vor fehlende Problembewusstsein deutlich.

Wer sich selbst ein Bild machen will: Aktuell kann man sich den Film zwar (noch) nicht auf der Homepage des AStA anschauen. Von Youtube ließ der AStA den Film zwar aufgrund von „Urheberrechtsverletzungen“ entfernen, doch im Netz finden sich schon Aufzeichnungen der Filmpremiere.

Quelle: Jusos in der SPD – Bundesverband

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s